Wie funktioniert eine Sofortbildkamera?

In unseren Checkberichten haben wir bereits einen detaillierten Blick auf verschiedene Sofrtbildkamera-Modelle und ihre individuellen Funktionen sowie Vor- und Nachteile geworfen. In diesem Ratgeber-Beitrag wollen wir uns die Funktionsweise der Sofortbildkamera im Allgemeinen genauer anschauen.

Eine Sofortkamera ist sehr bemerkenswert, da sie ein eingebautes Entwicklungsstudio besitzt. Um zu verstehen wie eine Sofortbildkamera funktioniert ist es vonnöten die Basics zu verstehen. Der Film ist ein plastisches Trägermittel, welches von Partikeln aus Silber zusammengesetzt bedeckt wird. Zudem sind die Partikel sehr sensitiv zu Licht.

Schwarz-Weiß-Filme haben eine zusammengesetzte Schicht aus Silber. Dagegen haben Farbfilme drei Schichten. Die oberste Schicht ist sensitiv zu blauem Licht, die nächste, mittlere Schicht ist sensitiv zu grünem Licht und die unterste Schicht ist sensitiv zu rotem Licht. Wenn man das Foto belichtet, reagieren die silbernen Flecken jeder Schicht um die jeweiligen Farben zu erhellen und formen ein metallisches Silber auf der Schicht.

Um das in ein Bild zu verwandeln muss der Film entwickelt werden. Ein chemischer Entwickler verwandelt die beleuchteten Partikel in metallisches Silber. Der Film wird dann mit drei verschiedenen Färbemitteln behandelt, die Färbemittelkoppler enthalten. Die drei Färbemittel Farben sind Cyan (eine Mischung aus grün und blauem Licht), Magenta (eine Mischung aus rotem und blauem Licht), Gelb (eine Mischung aus rotem und grünem Licht).

Jeder dieser Färbemittel Koppler reagiert mit einem der Farbschichten in dem Film. Um den Film auszudrucken befestigen sich die Färbemittel Koppler mit den Partikeln, die danach belichtet werden. Im Diapositivem Film befestigen sich Färbemittel Koppler an die Partikel, die belichtet werden. Der entwickelte Film hat ein negatives Bild – die Farben erscheinen gegensätzlich zu den Farben in der Originalszene.

Im Diapositivem Film befestigen sich die Färbemittel an der unbelichteten Fläche und kombinieren sich um die aufgenommene Farbe an der belichteten Schicht zu formen. Zum Beispiel, wenn die grüne Schicht belichtet wird, werden sich gelb und Cyan auf jeder Seite von der Grünen Schicht befestigen, aber das Färbemittel Magenta wird sich nicht an der grünen Schicht befestigen. Gelb und Cyan werden sich aber kombinieren um grün zu kombinieren.

Der Prozess der Sofortkamera kombiniert Farben auf derselben Basis wie Diapositive Filme. Sie besitzt dieselben lichtempfindlichen Körner wie der traditionelle Film. Alles arrangiert auf einem Plastikblatt, der Film beinhaltet jedoch viele zusätzliche Schichten. Diese Schichten beinhalten alle notwendigen Chemikalien für den Entwicklungsprozess. Unter jeder Farbschicht ist eine Entwicklungsschicht, die Färbemittel Koppler enthält. All diese Schichten liegen auf einer schwarzen Basis-Schicht, und darunter die Bildschicht, Zeitablaufschicht und die Säureschicht. Dieses Arrangement ist im Grunde genommen eine chemische Kettenreaktion, die nur darauf wartet in Bewegung gesetzt zu werden.

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Wie der Sofortfilm sich entwickelt

Der Bestandteil der den Entwicklungsprozess in die Wege leitet ist das Edukt, ein Mix aus Trübungsmitteln, Alkali, weißem Pigment und anderen Elementen. Das Edukt sitzt in einer Schicht vor den lichtempfindlichen Schichten und unter der Bildschicht. Bevor man ein Bild schießt sammeln sich die Edukt Materialien an der Grenze des Plastik Blattes, weg von dem lichtempfindlichem Material. Das hält den Film davon ab sich zu entwickeln bevor er überhaupt belichtet wurde. Nachdem man ein Bild geschossen hat wird das Plastikblatt mithilfe mehrerer Rollen innerhalb der Kamera befördert. Die Roller verbreiten das Edukt-Material in der Mitte des Filmblattes. Wenn das Edukt verbreitet wird, reagiert es mit anderen chemischen Schichten des Filmes. Die Edukt-Chemikalien bewegen sich runter durch die Schichten und ändern die beleuchteten Partikel zu metallischem Silber. Die metallischen Silberflächen – die Körner, die vom Licht beleuchtet werden – nehmen die Färbemittel auf,  damit sie sich nicht nach oben bewegen.

Nur die Färbemittel der unbelichteten Schicht werden sich zu der Bildschicht raufbewegen. Zur gleichen Zeit arbeiten sich die Edukt-Chemikalien ihren weg runter zu den lichtempfindlichen Schichten und andere Chemikalien arbeiten sich durch die oberen Schichten. Die Säureschicht im Film reagiert mit Alkali und Trübemittel im Edukt, was das Trübemittel klar macht.

Wenn man sich ansieht wie das Bild an das Tageslicht gelangt sieht man eigentlich die letzte chemische Reaktion. Man sieht lediglich, dass die Säureschicht die Trübemittel säubert, sodass das Bild letztendlich sichtbar wird.